mischen


mischen

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mi|schen ['mɪʃn̩]:
1. <tr.; hat
a) verschiedene Flüssigkeiten oder Stoffe so zusammenbringen, dass eine [einheitliche] Flüssigkeit, Masse, ein Gemisch entsteht:
Sirup und Wasser mischen.
Syn.: mixen, zusammenbrauen (ugs.).
b) eine [kleine Menge einer] Substanz zu einer anderen hinzufügen und mit ihr vermischen:
jmdm. Gift ins Essen mischen; Zucker in, unter den Brei mischen.
c) durch Mischen (1 a) entstehen lassen; zubereiten:
jmdm., sich einen Drink mischen; der Maler mischt seine Farben aus Naturstoffen; Gift mischen.
Syn.: mixen.
2. <+ sich>
a) sich mit etwas vermischen:
Wasser mischt sich nicht mit Öl.
b) zu etwas hinzukommen und sich damit vermischen:
in meine Freude mischte sich Angst.
3. <tr.; hat (Spielkarten) vor dem Austeilen in eine absichtlich ungeordnete Reihenfolge bringen:
die Karten mischen; <auch itr.> wer mischt?
4. <+ sich> sich einmischen:
sie mischt sich ständig in meine Angelegenheiten.
5. <+ sich> sich [aus einer exponierten Stellung heraus] zu einer Anzahl von Menschen begeben, um [unerkannt, unauffällig] mit ihnen zusammen zu sein oder um sich in der Menge zu verstecken:
der König mischte sich unters Volk; wir mischten uns unter die Zuschauer.

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mị|schen 〈V.; hat
I 〈V. tr.〉
1. verschiedene Dinge, Flüssigkeiten o. Ä. \mischen zu einer (scheinbaren) Einheit vereinigen, miteinander vermengen, durcheinanderbringen
2. 〈Film, Funk, TV〉 die Tonspuren mit Geräuschen, Musik und gesprochenem Text \mischen zu einem einheitlichen Klanggebilde auf einem Tonband vereinigen, mixen
● einen Cocktail \mischen; Gift \mischen zubereiten, zurechtmachen; die Karten \mischen; Wein \mischen mit Wasser verdünnen; gemischtes Gemüse, gemischter Salat G., S. aus verschiedenen Sorten; →a. gemischt
II 〈V. refl.〉
1. sich \mischen sich mit etwas vermischen, vermengen
2. sich in etwas \mischen sich in etwas einmischen
3. sich unter etwas \mischen in einer größeren Menge aufgehen, verschwinden
● sich in fremde Angelegenheiten \mischen 〈fig.〉 sich in jmds. A. einmengen; sich um etwas kümmern, was einen nichts angeht; sich ins Gespräch \mischen in ein Gespräch eingreifen; sich unter die Zuhörer, Zuschauer \mischen; sie mischt sich unter das Volk
[<ahd. miskau <westgerm. *miskau, wahrscheinl. <lat. miscere (entlehnt aus dem röm. Weinhandel)]

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Mị|schen [lat. miscere, mixtum = mischen, vereinigen]: Gemisch, Mischung.

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mị|schen <sw. V.; hat [mhd. mischen, ahd. miscan, wohl < lat. miscere = (ver)mischen]:
1.
a) verschiedene Substanzen [in einem bestimmten Verhältnis] zusammenbringen u. so durcheinanderrühren, -schütteln o. Ä., dass eine [einheitliche] Masse, Substanz, ein Gemisch entsteht:
Wasser und Wein m.;
b) eine [kleine Menge einer] Substanz zu einer anderen hinzufügen u. mit ihr vermischen;
c) durch Mischen (1 a) entstehen lassen, zubereiten:
Gift m.;
sich einen Drink m.
2. <m. + sich>
a) sich mit etw. vermischen:
Wasser mischt sich nicht mit Öl;
Ü Ekel und Verzweiflung mischten sich;
b) zu etw. hinzukommen u. sich damit vermischen:
in meine Freude mischte sich Angst.
3. (Spielkarten) vor dem Spiel in eine absichtlich ungeordnete Reihenfolge bringen:
die Karten m.
4. <m. + sich> sich einmischen (2).
5. <m. + sich> sich [aus einer exponierten Stellung heraus] zu einer Anzahl von Menschen begeben, um [unerkannt, unauffällig] mit ihnen zusammen zu sein od. um sich in der Menge zu verstecken:
sich unters Volk m.
6. (Film, Rundfunk, Fernsehen) an einem Mischpult Sprache, Musik, Geräusche zu einem einheitlichen Klangbild vereinigen.

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Mischen,
 
1) allgemein und Verfahrenstechnik: Stoffverteilungsprozess, bei dem zwei oder mehrere Stoffe in ein Gemisch mit möglichst vollkommener Gleichverteilung überführt werden. Durch Mischen kann die Geschwindigkeit physikalischer Vorgänge (z. B. Phasenübergänge bei Extraktion und Absorption) oder chemischer Reaktionen (z. B. bei Zementherstellung, Polymerisationen) erhöht werden. Das Mischen dient auch zur Herstellung von einheitlichen, aus mehreren Komponenten bestehenden Endprodukten (z. B. Lacke, Kraftstoffe). Das Mischen von pulvrigen oder körnigen Feststoffen (Trockenmischen) kann in rotierenden Mischtrommeln oder in Silos mithilfe von Förderschnecken oder durch Verwirbelung mit Druckluft (pneumatisch) durchgeführt werden. In Knetern werden zähflüssige bis teigige Stoffe gemischt. Das Mischen von Flüssigkeiten erfolgt in Behältern mit Rührern oder in Rohrleitungen mit Strömungsmischern (In-Line-Blender).
 
 2) Spinnerei: 1) Mischen von Rohstoffen wie Baumwolle oder Wolle in sich, um hinsichtlich Faserfeinheit, -länge und Farbaffinität ein gleichmäßiges Garn zu erzeugen; 2) Mischen verschiedener Rohstoffe zur Erzielung bestimmter physikalischer Garnparameter, z. B. Festigkeit oder Dehnung; 3) Mischen von farblich unterschiedlichen Faser- oder Rohstoffkomponenten zur Erzielung von Melangen. - Das Mischen geschieht - oft in Verbund mit Reinigungsmaschinen - in Mischern, die das Gut mechanisch (z. B. Faserbänder) oder pneumatisch (Fasern oder Faserflocken) mischen.

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mị|schen <sw. V.; hat [mhd. mischen, ahd. miscan, wohl < lat. miscere = (ver)mischen]: 1. a) verschiedene Substanzen [in einem bestimmten Verhältnis] zusammenbringen u. so durcheinander rühren, schütteln o. Ä., dass eine [einheitliche] Masse, Substanz, ein Gemisch entsteht: Wasser und Wein m.; den Salat m. (Salatblätter u. Soße miteinander vermischen); er mischte ... Mörtel und Kalk und setzte ... die Steine (R. Schneider, Erdbeben 118); b) eine [kleine Menge einer] Substanz zu einer anderen hinzufügen u. mit ihr vermischen: [jmdm.] Gift ins Essen m.; Zucker in, unter den Brei m.; c) durch Mischen (1 a) entstehen lassen, zubereiten: aus etw. einen Cocktail m.; jmdm., sich einen Drink m.; der Maler mischt seine Farben aus Naturstoffen; Gift m. 2. <m. + sich> a) sich mit etw. vermischen: Wasser mischt sich nicht mit Öl; der Geruch des ... Ofens mischte sich mit den ... Düften von Schönheitsmitteln (Th. Mann, Krull 138); Ü Ekel und Verzweiflung mischten sich; b) zu etw. hinzukommen u. sich damit vermischen: in meine Freude mischte sich Angst; In den Chor mischten sich Männerstimmen (Thieß, Legende 61). 3. (Spielkarten) vor dem Spiel in eine absichtlich ungeordnete Reihenfolge bringen: die Karten m.; <auch ohne Akk.-Obj.:> Ich mischte, gab Karten und gewann (Bieler, Bonifaz 216). 4. <m. + sich> sich ↑einmischen (2): Die Art, wie sich Bessy in meine Angelegenheiten mischte, ging mir ... zu weit (Fallada, Herr 38); Ich mische mich aber nicht in deine dämlichen Geschäfte (Th. Mann, Krull 164). 5. <m. + sich> sich [aus einer exponierten Stellung heraus] zu einer Anzahl von Menschen begeben, um [unerkannt, unauffällig] mit ihnen zusammen zu sein od. um sich in der Menge zu verstecken: sich unters Volk m.; wir mischten uns zwischen die Touristen (Grass, Butt 156). 6. (Film, Funk, Ferns.) an einem Mischpult Sprache, Musik, Geräusche zu einem einheitlichen Klangbild vereinigen.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • mischen — mischen: Das westgerm. schwache Verb (mhd. mischen, ahd. miskan, aengl. miscian) ist entweder mit lat. miscere »mischen, vermischen« urverwandt oder, was wahrscheinlicher ist, aus diesem entlehnt. – Lat. miscere, mixtum (roman. miscere), das… …   Das Herkunftswörterbuch

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  • mischen — mị·schen; mischte, hat gemischt; [Vt] 1 etwas (mit etwas) mischen etwas mit etwas so (ver)mengen, dass man die einzelnen Teile nicht mehr leicht voneinander trennen kann <Wasser mit Wein mischen; verschiedene Sorten Kaffee (miteinander)… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • mischen — a) anrühren, durchmengen, durchmischen, mixen, rühren, unterarbeiten, untermengen, vermengen, vermischen, verquirlen, verrühren, verschneiden, versetzen mit, zusammenschütten; (ugs.): vermanschen, verpanschen, zusammenbrauen. b) bunt… …   Das Wörterbuch der Synonyme